05/11: Mehr Familienzeit für einen optimalen Start ins Familienleben
Ein Kind wird geboren, klein und frei von Sorgen. Bei den frischgebackenen Eltern ist es anders. Die Gedanken, wie es nach den ersten Wochen der Geburt weitergeht, kann bei vielen Familien belastend sein. Gerade Frauen erleben mit dem ersten Kind eine deutliche Veränderung ihrer Situation. Der eigene Beruf tritt in den Hintergrund, die Mutterschaft wird zur Hauptaufgabe.
Heute hat die Mutter eines Neugeborenen Anrecht auf 14 Wochen Mutterschaftsurlaub, der Vater auf zwei Wochen Vaterschaftsurlaub. Diese Regelung ist überholt und ungerecht. Sie entspricht nicht mehr den Lebensumständen und den Bedürfnissen junger Familien, wo beide Elternteile berufstätig sein wollen oder müssen.
Bisher wird mit dem Mutterschaftsurlaub die Betreuungsarbeit einseitig der Mutter zugeschoben. Als Folge des einseitigen Mutterschaftsurlaubs ist es in der Schweiz immer noch Standard, dass die Mutter ihr Pensum reduziert oder gleich ganz aufgibt, wohingegen der Vater weiterhin Vollzeit arbeitet. Diese Regelung untergräbt die Vereinbarkeit von Familie und Arbeit und behindert Chancengleichheit und die berufliche Gleichstellung von Frau und Mann.
Anders sähe es aus mit einer Familienzeit, die beiden Elternteilen zusteht. Auch der Vater kann sich von Anfang an in die Betreuung einbringen und seine Verantwortung für das Kind wahrnehmen. Damit wird ein Familienmodel mit geteilter Betreuungsarbeit und echter Gleichberechtigung von Mutter und Vater eine bessere Chance haben.
Mit der Familienzeit erhält die junge Familie die nötige Zeit für einen optimalen Start in die neue Lebensphase. Und in Zeiten, wo die Wirtschaft unter dem Fachkräftemangel ächzt, ist es umso wichtiger, dass Mütter nach der Geburt im Arbeitsmarkt verbleiben. Eine Familienzeit bietet den nötigen Rahmen für den optimalen Wiedereinstieg in den Berufsalltag nach der Babypause – für Mutter und Vater.
Das Argument, dass Elternzeit zu teuer ist, ist langfristig unbegründet. Jeder Franken, den wir in Familien investieren, gewinnt unsere Gesellschaft um ein Vielfaches: Mit der Elternzeit entlasten wir Familien, stärken Kinder und erleichtern es Eltern, berufstätig zu bleiben.
Aktuell werden die Unterschriften gesammelt für die Familienzeit-Initiative. Sie fordert eine Elternzeit von je 18 Wochen für beide Elternteile. Für die Familienzeit-Initiative sammeln wir am kommenden Mittwoch am Jahrmarkt Andelfingen Unterschriften. Kommen Sie vorbei und setzen sie ein Zeichen für starke Familien. Ich wünsche Ihnen einen schönen Jahrmarkt.
Bruno Arnold, GRÜNE Weinland