26/07: E-Mobilität im Weinland und im Urlaub – funktioniert das?

Die Sommerferien stehen vor der Tür und damit der langersehnte Sommerurlaub. Man möchte im Urlaub dem Alltagstrott entfliehen, neue Welten entdecken, die Berge geniessen oder Meeresluft schnuppern.  Aber wie kommt man an den Urlaubsort?

Viele wählen das Auto als Fortbewegungsmittel. Es ist flexibel und unabhängig. Wie wäre es mit einem E-Auto zu starten. Können Sie sich das vorstellen? Wer noch zögert, weil er sich fragt, ob das im Alltag und auf grossen Reisen wirklich klappt, dem sei gesagt: Ja, es funktioniert.

Zugegeben: Der Umstieg fühlt sich ungewohnt an. Wir alle kennen es von Kindheit an: zur Tankstelle fahren, tanken, weiterfahren. «Steckerlen» fühlt sich im Vergleich dazu neu und aufwendig an. Aus eigener Erfahrung weiss ich, das ist Gewohnheitssache. Nach wenigen Wochen hat man seine neue Routine gefunden und fragt sich, warum man nicht früher umgestiegen ist.

Und diese Umstellung ist einfacher, als man denkt. Da die meisten Autos täglich nur rund 40 km zurücklegen, reicht es, alle ein bis zwei Wochen zu laden. Hat man keine eigene Wallbox, kann das Laden mit dem Wocheneinkauf verbunden werden. Auto anstecken, einkaufen, fertig. Im Zürcher Weinland gibt es viele öffentliche Ladepunkte: beim Einkauf, beim Arbeitgeber, im Dorf. Nach kurzer Zeit kennt man seine bevorzugten Ladesäulen.

Und ist ein E-Auto auch für eine Fahrt nach Südfrankreich oder in die Berge geeignet? Nach drei bis vier Stunden braucht jede:r eine Pause und genau dort, an den Autobahnraststätten, stehen meistens Schnellladestationen. Kaffee trinken, Beine strecken, das Auto lädt. Die meisten Fahrzeuge sind nach spätesten 30 Minuten auf 90% geladen, was für weitere 3-4 Stunden Fahrt reicht. Die neuesten Modelle brauchen häufig weniger Ladezeit.

Dazu kommen handfeste Vorteile: weniger Lärm, keine Abgase im Dorf, günstigerer Unterhalt und, angesichts der geopolitischen Unsicherheiten, eine wohltuende Unabhängigkeit vom Ölpreis. Nicht zu vergessen ist der Beitrag zum Klimaschutz, wenn wir Benzin und Diesel durch Strom ersetzen.

Natürlich bleibt Luft nach oben. Mietende brauchen bessere Ladelösungen. Besonders störend ist der Tarifdschungel: Je nach Anbieter, App oder Ladekarte zahlt man unterschiedliche Preise. Das schreckt ab.

Hier ist die Politik gefragt, um für alle klare Rahmenbedingungen zu schaffen.

Mein Fazit: Ja, es funktioniert auf kurzen und auf langen Strecken. Ich persönlich möchte das ruhigere Fahren, die Spritzigkeit und auch das Laden nicht mehr missen. Wenn man sich daran gewöhnt hat, bleibt man dabei. Probieren Sie es ruhig mal aus.

Ricarda Hartmann, GRÜNE Weinland